Donnerstag, 26. Januar 2012
Die Krise des Kapitalismus
und die Perspektive der Kämpfe
Veranstaltung in Leipzig
Weltweit überstürzen sich die Ereignisse im Takt einer Krise, deren Ende noch vor Kurzem frohgemut von Leuten verkündet
wurde, die in aberwitziger Staatsverschuldung offenbar ein Rezept für Wirtschaftswunder vermutet hatten. Indem sie sich bis über beide Ohren
verschuldeten, konnten die Regierungen in aller Welt die sogenannte Finanzkrise eindämmen; dann präsentierten die Ratingagenturen ihnen eine
Rechnung, die sie umgehend an die Lohnabhängigen weiterreichten. Das Resultat des ganzen Manövers ist kein neuer Aufschwung, sondern eine noch
bedrohlichere Krise der Staatsfinanzen, deren Bewältigung durch knallharte Sparprogramme für Unmut sorgt. Was um die Verknüpfung von Kämpfen
bemühten Aktivisten in Jahrzehnten nicht gelang, hat die globale Krise binnen kürzester Zeit geschafft: Millionen gehen gleichzeitig an allen
Orten der Welt mit den selben Anliegen auf die Straße. Es geht um das immer prekärere Überleben in den herrschenden Verhältnissen. Es geht ums
Ganze.
In dieser Situation wollen wir über die Ursachen der Krise diskutieren, die nicht im Fehlverhalten Einzelner oder in einer falschen Politik,
sondern in der Struktur des Kapitalismus selber liegen. Gleichzeitig stellt sich die Frage, welche Potentiale die Proteste bergen, die sich
gegen die Folgen der Krise und die politischen Lösungsversuche erheben.
Einleitende Thesen zur Diskussion wird ein Genosse von den
Freundinnen und Freunden der klassenlosen Gesellschaft (Berlin) vorstellen.
Die Veranstaltung wird organisiert von der Gruppe
The Future is Unwritten.
Donnerstag, 26. Januar 2012, 18:30 Uhr
Uni Leipzig (Zentralcampus, Neues Hörsaalgebäude, H 20)
Universitätsstraße 3, Leipzig
***
Dienstag, 13. Dezember 2011
Die Krise, Occupy
und andere Eigentümlichkeiten
im Herbst des Kapitals
Veranstaltung in Berlin
Weltweit überstürzen sich die Ereignisse im Takt einer Krise, deren Ende noch vor Kurzem frohgemut von Leuten verkündet wurde,
die in aberwitziger Staatsverschuldung offenbar ein Rezept für Wirtschaftswunder vermutet hatten. Indem sie sich bis über beide Ohren verschuldeten,
konnten die Regierungen in aller Welt die sogenannte Finanzkrise eindämmen; dann präsentierten die Ratingagenturen ihnen eine Rechnung, die sie
umgehend an die Lohnabhängigen weiterreichten. Das Resultat des ganzen Manövers ist kein neuer Aufschwung, sondern eine noch bedrohlichere Krise
der Staatsfinanzen, deren Bewältigung durch knallharte Sparprogramme für Unmut sorgt. Was um die Verknüpfung von Kämpfen bemühten Aktivisten in
Jahrzehnten nicht gelang, hat die globale Krise binnen kürzester Zeit geschafft: Millionen gehen gleichzeitig an allen Orten der Welt mit den selben
Anliegen auf die Straße. Es geht um das immer prekärere Überleben in den herrschenden Verhältnissen. Es geht ums Ganze.
Soweit sie überhaupt erkennbare Forderungen stellen, sind die Proteste durchweg gescheitert und müssen auch scheitern. Die Tatsache, dass der Staat
in Zeiten eines restlos blamierten Keynesianismus und angesichts seiner objektiven Gestaltungsunfähigkeit als Adressat für Forderungen nicht mehr
zur Verfügung steht, hat sich allerdings bislang nicht in der Herausbildung revolutionären Bewusstseins, sondern mehrheitlich in einer seltsamen
Orientierungslosigkeit niedergeschlagen. Während die
Occupy-Bewegung in einigen amerikanischen Städten antagonistische Züge trägt und
zu Streiks aufruft, herrschen in Deutschland konformistische Appelle an den Staat vor, die »Banken in die Schranken« (ATTAC) zu weisen.
Straßenschlachten in Oakland und Athen – Menschenketten in Frankfurt und Berlin.
Anlässlich des Erscheinens von
Kosmoprolet 3 laden wir zu einer Diskussion
darüber ein, wie es in dieser Konstellation um die Möglichkeiten subversiven Wirkens bestellt ist.
Dienstag, 13. Dezember 2011, 19:30 Uhr
Versammlungsraum des Mehringhof, Gneisenaustr. 2a
Berlin-Kreuzberg (U-Bahnhof Mehringdamm)
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November 2011
Kosmoprolet 3 ist erschienen
Die dritte Nummer der Zeitschrift KOSMOPROLET (200 Seiten DIN A5, Klebebindung, 5 €) ist erschienen.
Sie enthält folgende Beiträge:
Editorial
Arabischer Frühling im Herbst des Kapitals
Jenseits der Agrarrevolution
Schranken proletarischer Emanzipation. Zur Kritik der Gewerkschaften
Fragebogen zur Leiharbeit
Der Existenzialismus als Zerfallsprodukt revolutionärer Theorie
Zwischen Arbeiterautonomie und Kommunisierung.
    
Eine Kritik an den "28 Thesen zur Klassengesellschaft"
Über die Kommunisierung und ihre Theoretiker
Proletarische Bewegung und Produktivkraftkritik
Die Zeitschrift wird von den Freundinnen und Freunden der klassenlosen Gesellschaft (Berlin), Eiszeit (Zürich),
und La Banda Vaga (Freiburg) herausgegeben.
***
Donnerstag, 20. Oktober 2011
Umbruch in Ägypten
Veranstaltung mit einem Anarchosyndikalisten aus Kairo
Die Unruhen in der arabischen Welt wurden bislang mit Grund vor allem als Demokratiebewegungen wahrgenommen, schließlich stand
und steht zunächst der Sturz der jeweiligen autoritären Herrscher im Mittelpunkt. Für große Teile der Aufbegehrenden verbindet sich damit allerdings
die Hoffnung, ihre miserablen Lebensbedingungen zu verbessern, was angesichts des anhaltenden Schlamassels der Weltökonomie nicht leicht werden dürfte.
In Ägypten, wo es bereits ab 2008 zu massiven Arbeiterkämpfen kam und es das Aufflackern von Streiks war, das Anfang Februar zur Absetzung Mubaraks
führte, rollt gegenwärtig eine Streikwelle durchs Land, obwohl eine der ersten Maßnahmen des regierenden Militärrats darin bestand,
Arbeitsniederlegungen und Proteste noch stärker zu kriminalisieren als bereits unter Mubarak. Bevor auch nur das alte Regime wirklich beseitigt ist,
zeichnet sich ab, dass die angestrebte Demokratisierung kaum auf eine Stabilisierung der Lage hinauslaufen dürfte. Aber welche Aussichten haben die
Kämpfe der Arbeiter und was ist ihre gesellschaftliche Bedeutung, wenn ein Großteil der Proletarisierten aus
mehr oder weniger Überflüssigen besteht, die sich im so genannten informellen Sektor durchschlagen?
Jano Charbel, ein Kairoer Anarchosyndikalist, der als Journalist Arbeitskämpfe und soziale Bewegungen verfolgt, wird über die Situation nach der
Absetzung Mubaraks berichten. Neben den Klassenkämpfen wird es dabei auch um die Frage gehen, was aus den Jugendbewegungen geworden ist und wie sich
die Geschlechterverhältnisse im konservativ-islamischen Ägypten seit dem Aufstand verändert haben.
Donnerstag, 20. Oktober 2011, 19:30 Uhr
Versammlungsraum des Mehringhof, Gneisenaustr. 2a
Berlin-Kreuzberg (U-Bahnhof Mehringdamm)
zum Flyer...
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Donnerstag, 4. August 2011
Tränengas und Staatsbankrott
Bericht aus Athen und Veranstaltung in Berlin
Ganz unerwartet hat der Ruf nach Demokratie, der in den arabischen Diktaturen laut geworden ist, ein Echo in Europa gefunden,
zunächst in Spanien und nun in Griechenland. Dort beflügelt er die bislang stärksten Proteste gegen die drakonischen Sparmaßnahmen, die den
griechischen Lohnabhängigen verordnet werden, ohne dass noch jemand ernsthaft behaupten würde, auf diese Weise könne ein Staatsbankrott verhindert
werden. Die anonyme Diktatur der ökonomischen Sachzwänge wird von den Betroffenen als Versagen der Politik und vor allem der Politiker gedeutet;
für sie stellen die Protestierenden symbolisch Galgen bereit und üben sich in lautstarkem Patriotismus, während linke Wirtschaftsexperten um das
albernste Konzept zur sozialverträglichen Krisenlösung wetteifern. Trotzdem: Sollten die Sparprogramme, die gerade in etlichen europäischen Ländern
auf Touren kommen, überall auf so erbitterten Widerstand wie in Griechenland stoßen, könnte die auf Kredit verschleppte Wirtschaftskrise in eine
schwere gesellschaftliche Krise Europas münden.
Nach ein paar Anmerkungen unsererseits zum großen Schuldenschlamassel wird sich ein Genosse aus Athen an diesem Abend an einer Einschätzung
der jüngsten Protestbewegung in Griechenland versuchen, die unter den dortigen Antiautoritären offenbar durchaus umstritten ist.
Donnerstag, 4. August 2011, 19:30 Uhr
Versammlungsraum des Mehringhof, Gneisenaustr. 2a
Berlin-Kreuzberg (U-Bahnhof Mehringdamm)
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Juli 2011
Zur Revolution in Ägypten
Interview mit einem ägyptischen Anarchosyndikalisten
In dem folgenden Gespräch äußert sich Jano Charbel, der als Journalist über Arbeitskämpfe berichtet und sich als Anarchosyndikalist versteht,
über den Charakter der Revolution in Ägypten, die jüngere Geschichte der Arbeiterkämpfe, die Rolle der Islamisten und der Gewerkschaften,
über Geschlechterbeziehungen und die Perspektiven der Kämpfe.
Das Interview wurde von zwei Freunden der klassenlosen Gesellschaft im Frühjahr 2011 in Kairo geführt.
Aktuelle Berichte über die Lage in Ägypten finden sich auf
Charbels Blog.
Zum Interview in deutscher Übersetzung...
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Montag, 24. Januar 2011
Kriegsgesang
Über den kommenden Aufstand
Diskussionsveranstaltung in Berlin
Das Pamphlet "Der kommende Aufstand", das es sich zur Aufgabe macht, "ein bisschen Ordnung in die verschiedenen Allgemeinplätze
dieser Epoche zu bringen", erfreut sich hier wie auch in vielen anderen Ländern größter Beliebtheit, wenn auch aus unterschiedlichen Gründen. Sogar
die Bürgerpresse ist begeistert. Die Frankfurter Allgemeine Zeitung meint, es "könnte das wichtigste linke Theoriebuch unserer Zeit werden".
Tatsächlich scheint mit diesem Buch erstmals seit langer Zeit das gesellschaftliche Elend in all seinen Facetten, von der Paarbeziehung bis zum Krieg,
illusionslos ausgeleuchtet zu werden. Mehr noch, das "Unsichtbare Komitee" belässt es nicht bei einer Bestandsaufnahme, sondern zieht praktische
Schlussfolgerungen für einen radikalen Bruch.
Um "ein bisschen Ordnung in die verschiedenen Allgemeinplätze" der Diskussion um das Buch zu bringen, soll in einleitenden Thesen gezeigt werden,
warum dieser Anspruch nicht eingelöst wird. Anstatt sich mit den Schranken der gegenwärtigen Kämpfe zu konfrontieren, flüchten sich die Autorinnen
in die Pose von Verschwörern. Weil letztlich nebulös bleibt, wie das gesellschaftliche Elend produziert wird, bleibt auch die Möglichkeit seiner
Abschaffung im Dunkeln.
Montag, 24. Januar 2011, 19:30 Uhr
Versammlungsraum des Mehringhof, Gneisenaustr. 2a
Berlin-Kreuzberg (U-Bahnhof Mehringdamm)
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Donnerstag, 2. Dezember 2010
Linksreformismus und Scheinradikalismus
Diskussionsveranstaltung über Staatskritik
Die Vorstellung, dass der Staat ein "Kräftefeld" sei, wird bis in die autonome Linke hinein als Einladung zum Mitmachen
im politischen Geschäft verstanden, neuerdings angepriesen als "Doppel einer regierenden und einer kämpfenden Linken"
(Thomas Seibert, Interventionistische Linke), also als Versöhnung von Streetfighter und Staatssekretär. Wer den Staat dagegen als eine Institution
ablehnt, die zwar vom Kapital unterschieden ist, gerade als solche jedoch dessen reibungslosem Funktionieren dient, ist zunächst sicherlich weiter.
Spiegelbildlich zu den linken Politikern, die auf dem Terrain des Staates "Kämpfe um Hegemonie" führen wollen, dichten manche linksradikale
Anti-Politiker dem Staat allerdings die Fähigkeit an, den Klassenantagonismus endgültig stillzustellen. Das Bild einer fugenlos geschlossenen
Gesellschaft dient als Kulisse, vor der sich die radikale Linke selbst als das Subjekt der Geschichte in Szene setzt; ebenso wie in "politischen
Events" sieht sie folglich in "sozialen Auseinandersetzungen" nur einen "Ausgangspunkt für linksradikale Mobilisierung" (ums Ganze-Bündnis) und
verausgabt sich in autistischer Kampagnenpolitik.
Einleitende Thesen zur Diskussion wird ein Genosse von den Freundinnen und Freunden der klassenlosen Gesellschaft (Berlin) vorstellen.
Donnerstag, 2. Dezember 2010, 20:00 Uhr
Ruhr-Universität (Raum GC 03/146)
Universitätsstraße 150, Bochum
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Freitag, 12. November 2010
So radikal sein wie die Wirklichkeit?!
Perspektiven zwischen Ohnmacht und Revolten
Veranstaltung in Köln
Generalstreiks und Revolten von Teilen der griechischen Bevölkerung stehen in krassem Widerspruch zu der Passivität,
mit der hierzulande jede Verschlechterung, in dem Glauben “noch Schlimmeres” abgewendet zu haben, hingenommen wird.
Welche Perspektiven ergeben sich in den Auseinandersetzung mit der Vermittlung und Legitimierung der Krisenmaßnahmen?
Freundinnen und Freunde der klassenlosen Gesellschaft werden vom Fall Griechenland ausgehend zeigen, wie nicht nur der Klassencharakter
der Krisenbewältigung deutlich wird, sondern auch die verschärfte Staatenkonkurrenz sich in nationalistischer Stimmungsmache niederschlägt.
Der Bruch mit diesen Ideologien ist erste Voraussetzung für jeden Widerstand der Lohnabhängigen in der gegenwärtigen Situation. Denn nur solche
Kämpfe eröffnen überhaupt die Chance, eine Klassensolidarität über nationale Schranken hinweg endlich praktisch werden zu lassen.
Detlef Hartmann vom Projekt
Materialien für einen neuen Antiimperialismus wird zeigen wie Widerstände und Kämpfe, so wie sie sich mit
den Strategien des Kapitalismus zur sozialen Zerstörung und Unterwerfung der Subjekte konfrontieren, der zentrale Motor der Geschichte sind.
Von den Kämpfen in Griechenland geht der Input zu den aktuellen Entwicklung kapitalistischer Strategien bis in die jetzige Schuldenkrise nach.
Sie sind als Ausdruck einer epochalen Innovationsoffensive in Richtung auf ein neues globales kapitalistisches Kommando zu begreifen.
Im Anschluss an die beiden Inputreferate gibt es eine offene Diskussion zu den Perspektiven zwischen Ohnmacht und Revolte. Die Veranstaltung wird
vom
Antifa AK Köln organisiert.
Freitag, 12. November 2010, 19:30 Uhr
Naturfreundehaus Kalk
Köln
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Sonntag, 3. Oktober 2010
Anté Ciliga:
"Im Land der verwirrenden Lüge"
Buchvorstellung und Diskussion
Wer heute die Frage sozialer Emanzipation aufwirft, kommt um eine Auseinandersetzung mit dem Stalinismus nicht herum.
Anté Ciligas "Im Land der verwirrenden Lüge", das nun
endlich wieder in deutscher Sprache aufgelegt wurde, bietet dies bezüglich einen guten Zugang.
Ciliga beschreibt seine Erlebnisse und Beobachtung der sozialen und politischen Verhältnisse in der Sowjetunion, seinen Weg in die trotzkistische
Opposition und von dort in die Gefängnisse und Lager, wo er sich weiterhin ungebrochen an den Aktivitäten und Debatten der breit gefächerten
kommunistischen Oppositionsgruppen beteiligte. Mit seinem zum ersten Mal 1938 in Frankreich unter dem Titel "Au pays du grand mensonge" erschienen
Buch wurde Ciliga gewissermaßen zum Sinnbild der Opposition gegen den Stalinismus und das unter Lenin, Trotzki und Stalin errichtete System des
Staatskapitalismus. Heutzutage ist sowohl Ciliga als auch die linkskommunistische Opposition gegen den Stalinismus weitgehend in Vergessenheit
geraten. Auf dieser Veranstaltung möchte man sich mit dem politischen Wirken Ciligas auseinandersetzen. Dabei sollen die wichtigsten Protagonisten
und Strömungen der kommunistischen Oppositionsgruppen vorgestellt und nicht zuletzt die Frage der Aktualität und Notwendigkeit linker
Stalinismuskritik heute diskutiert werden.
Sonntag, 3. Oktober 2010, 17:00 Uhr
im Mehringhof (Blauer Salon), Gneisenaustr. 2a
Berlin-Kreuzberg (U-Bahnhof Mehringdamm)
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Herbst 2010
Arbeitertümelei
Der Aufruf einiger Mailänder Metallarbeiter, eine "informelle
Arbeiterpartei" aufzubauen, ist auch in Deutschland auf ein gewisses
Interesse gestoßen.
Unter anderem wird sich der
sozialrevolutionäre
Diskussionszirkel in Berlin am 7. September mit dem Text befassen.
Hier dokumentieren wir eine
Kritik

daran, die aus unserem Kreis stammt, aber nur die Auffassungen eines einzelnen Genossen
wiedergibt, sowie die von dieser veranlasste
Replik aus dem Umfeld der
Jour Fixe Gewerkschaftslinke Hamburg.
***
September 2010
28 Theses on Class Society
Übersetzung der "28 Thesen zur Klassengesellschaft" (2007)
Die in KOSMOPROLET 1 veröffentlichten
"28 Thesen zur Klassengesellschaft"
wurden erfreulicherweise auch ins Englische übersetzt. Auch diese Fassung kann vollständig heruntergeladen werden.
1.
The provisional result of the history of capital in its advanced zones presents itself as a
classless
class society, in which the old workers‘ milieu has been dissolved into a generalized wagedependency:
everywhere proletarianized individuals, nowhere the proletariat, not as a recognizable
group of people and certainly not as a collective actor, as the negative, disruptive side of society.
Sporadic labor conflicts do not turn into class struggles in which the future of society is at stake,
since the old proletarian movement has been absorbed without a trace into the dominant order,
and a new movement is not in sight.
***
September 2010
28 thèses sur la société de classes
Übersetzung der "28 Thesen zur Klassengesellschaft" (2007)
Der Verlag La Sociale im kanadischen Montréal hat kürzlich eine
französische Übersetzung der "28 Thesen zur Klassengesellschaft" aus
KOSMOPROLET 1 veröffentlicht.
1.
Le résultat provisoire de l'histoire du capital dans ses
zones avancées est de se présenter comme une
société
de classes sans classes, dans laquelle le vieux milieu
ouvrier a été dissous en une dépendance salariale généralisée
:
partout des individus prolétarisés, nulle part
le prolétariat, ni comme groupe identifiable de gens,
et certainement pas conhme un acteur collectif, comme
le côté négatif, en rupture, de la société. D'occasionnels
conflits du travail ne se transforment pas en luttes de
classe dans lesquelles le futur de la société est en jeu,
puisque le vieux mouvement prolétarien a été absorbé
sans laisser de traces dans l'ordre dominant, et qu'un
nouveau mouvement n'est pas en vue.
***
Donnerstag, 22. Juli 2010
Die Kamera in der Fabrik
Vortrag mit Filmbeispielen von Pascal Jurt aus Wien
Harun Farocki weist in seinem Filmessay “Die Arbeiter verlassen die Fabrik” von 1995 darauf hin, dass der Arbeits- oder
Arbeiterfilm kein Hauptgenre geworden sei. Obwohl die Geschichte des Kinos mit dem Verlassen der Arbeiter der Fabrik - im zweiten Lichtspiel der
Brüder Lumière - beginnt, sei der Platz vor und in der Fabrik ein Nebenschauplatz geblieben. Die meisten Erzählfilme spielten in dem Teil des Lebens,
der die Arbeit hinter sich gelassen hat.
Im Jahr der Revolte, 1968, als nicht nur in Frankreich im Kontext von Arbeitskonflikten und wilden Streiks die Arbeiter_innen aktiv geworden waren
und selbst das Wort ergriffen hatten, stellte sich auch für den Film die Frage, inwiefern man als Filmemacher_in Arbeiter_innen zu Wort kommen lassen
und inwiefern man die Erfahrungen der Arbeiter_innen und deren Arbeitsalltag als formale Fragen selbst auch im Film thematisieren kann.
Jean-Luc Godard stellte fest, dass er nicht wisse, wie der Arbeiter arbeite. Als Konsequenz ging er als Journalist und gauchistischer Militanter
in die Fabrik, von wo aus er für verschiedene linksradikale Zeitschriften wie “J’accuse” berichtete. 1972 drehte er zusammen mit Jean-Pierre Gorin
und internationalen Stars im 35mm-Kinoformat den Film “Tout va bien”, in dem eine amerikanische Journalistin (Jane Fonda) und ein
Nouvelle-Vague-Filmemacher (Yves Montand) in einen Streik in einer Wurstfabrik geraten. Damit reagierten sie auf den im selben Jahr fertig
gestellten Film “Coup pour Coup” von Marin Karmitz, in dem die Geschichte eines spontanen Streiks in einer Textilfabrik im Norden Frankreichs
erzählt wird. Karmitz’ Kollektivarbeit mit den Arbeiter_innen, die sich hier als Laienschauspieler_innen quasi selbst verkörpern, thematisierte das
soziale Gefälle zwischen denen, die filmen, und denjenigen, die gefilmt werden.
Nicht nur die symbolische Ordnung, die Kommandostruktur der Fabrik, das Repräsentations-Modell der KP und der Gewerkschaften wurde in Frage gestellt,
sondern auch der Kampf um die Kamera. Beide Filme lösten hitzige Debatten aus um ästhetische und politische Linke, um die Wirksamkeit von Künstler-
und Sozialkritik, das Ende des Aufbruchs des Gauchismus/Linksradikalismus (Alain Badiou, “La fin d’un commencement”) und um die Frage, wie Kunst
kritisch wirksam sein und politisch werden kann. Die “Cahiers du cinéma” veröffentlichten 1972 zwei Ausgaben zu “Klassenkämpfen”, in denen es um
die Darstellbarkeit von Arbeit und den solidarischen Blick zur Arbeiterklasse gehen sollte. Positionierungskämpfe zwischen spezifischen und
allgemeinen Intellektuellen brachen auf. Die Frage nach militanter Kunst wurde neu verhandelt.
Ausschnitte aus beiden Filmen werden gescreent und diese rahmenden Diskurse aufgegriffen. Entscheidend ist, dass nicht nur die immanente Analyse,
die sich auf formale Strukturen von Film konzentriert, im Vordergrund stehen soll, sondern vielmehr, dass Fragen der Produktion und Rezeption der
Filme miteinbezogen werden.
Gültige Aussagen über (politische) Film lassen sich nicht machen. Nur über das, was aus Film geworden ist. Darum wird an diesem Abend über die Kamera
in der Fabrik neben den Bildern die Untersuchung der Rezeptionsprozesse im Vordergrund stehen.
Pascal Jurt, Soziologe, forscht derzeit an der Akademie der Bildenden Künste(Wien) zu Streik, Selbstorganisation und Autonomie im Film.
Donnerstag, 22. Juli 2010, 20:00 Uhr
im "Club für Sich", Friedelstr. 54, Berlin-Neukölln
(U-Bahnhof Hermannplatz)
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Mai 2010
Klasse und Klassenkampf
Veranstaltungen in Erfurt und Hannover
Freitag, 14. Mai 2010, 20:30 Uhr
Offene Arbeit
(Allerheiligenstrasse 9, Erfurt)
Montag, 24. Mai 2010, 20:00 Uhr
Institut für Soziologie u. Sozialpsychologie
(Im Moore 21, Raum A210, Hannover)
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9. Mai 2010
Kritische und erstickende Zeiten
Ein Bericht von TPTG (Athen) über die Demonstrationen in Athen vom 5. und 6. Mai
sowie einige allgemeine Gedanken zur gegenwärtigen kritischen Situation
der Bewegung in Griechenland
Obwohl sich der akute fiskalpolitische Terrorismus zurzeit mit ständigen Drohungen eines unmittelbar bevorstehenden Staatsbankrotts und
"notwendigen Opfern" von Tag zu Tag verschärft, war die Antwort des Proletariats unmittelbar vor der Verabschiedung neuer Austeritätsmaßnahmen
im griechischen Parlament beeindruckend.
Es war vermutlich die größte Demonstration von Arbeitern seit dem Ende der Diktatur, größer noch als die im Jahr 2001, die zum Ergebnis hatte,
dass eine geplante Rentenreform zurückgezogen wurde. Nach unseren Schätzungen waren im Athener Stadtzentrum mehr als 200.000 und im Rest des Landes
weitere 50.000 Demonstranten auf der Straße. In fast allen Sektoren des (Re-)Produktionsprozesses fanden Streiks statt. Auch eine proletarische
Menge, die jener ähnelte, die im Dezember 2008 auf die Straße gegangen war (und die in der Propaganda der Mainstream-Medien abwertend als
"vermummte Jugendliche" bezeichnet wird), war mit dabei, ausgerüstet mit Äxten, Hämmern und Vorschlaghammern, Molotowcocktails, Steinen, Gasmasken,
Schutzbrillen und Stöcken. Obwohl die Vermummten mitunter ausgebuht wurden, wenn sie zu gewaltsamen Angriffen auf Gebäude übergingen, passten sie
insgesamt gut in den bunt zusammengewürfelten und wütenden Strom von Demonstranten. Die Parolen reichten von einer vollständigen Ablehnung des
politischen System ("Brennen wir dieses Bordell von Parlament nieder!") bis zu patriotischen ("IWF raus!") und populistischen Losungen ("Diebe!",
"Das Volk verlangt, dass die Gauner ins Gefängnis gesteckt werden!"). Parolen, die sich aggressiv gegen Politiker im Allgemeinen richten, gewinnen
gegenwärtig mehr und mehr Verbreitung.
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Mai 2010
Griechische Krankheit,
deutsche Misere
"… wenn die Demokraten die Regulierung der Staatsschulden verlangen,
verlangen die Arbeiter den Staatsbankrott."
Karl Marx und Friedrich Engels
Der drohende Bankrott Griechenlands hat die
Lohnabhängigen ins Zentrum des Geschehens
gerückt. Er blamiert nicht nur die seit
Monaten beschworene Stabilisierung der Weltwirtschaft
als eine vorschnelle Diagnose, sondern
führt vor allem in aller Drastik vor Augen, dass
sie von der weiteren Opferbereitschaft der Ausgebeuteten
abhängt und auf diese nicht überall
gezählt werden kann. Das ist es, was den Fall
Griechenland zum Menetekel macht und hierzulande
eine aufgeregte Kampagne gegen die
„Pleite-Griechen“ (Bild) auslöste, die „über ihre
Verhältnisse gelebt“ und damit nicht nur den
eigenen Staat, sondern auch den Euro in Gefahr
gebracht hätten – und die sich zu allem Überfluss
nun, in der Stunde der größten Not, nicht etwa
willig in ihr Schicksal staatlich verordneter
Verarmung fügen, sondern lieber auf die Barrikaden
gehen. Denn beim großen Gerangel um die
Zukunft des griechischen Staates, das unter den
Staatslenkern und Wirtschaftsführern Europas
ausgebrochen ist, steht eines nicht zur Debatte:
die Notwendigkeit harter Einschnitte in die
Existenzmittel der lohnabhängigen Bevölkerung,
ein Programm, das der britische Economist kürzlich
mit der Nüchternheit der aufgeklärten Bourgeoisie
in vier Worte fasste: Now comes the pain.
***
Donnerstag, 29. April 2010
Offene Rechnungen
Diskussionsveranstaltung zur sozialen Krise in Griechenland
mit Genossinnen von TPTG (Athen)
"… wenn die Demokraten die Regulierung der Staatsschulden verlangen,
verlangen die Arbeiter den Staatsbankrott."
Karl Marx und Friedrich Engels
Dezember 2008. Die polizeilichen Schüsse, die das Leben eines 15-Jährigen abrupt beenden, treiben in ganz Griechenland SchülerInnen, Studierende,
MigrantInnen und Prekarisierte auf die Straße. Straßenkämpfe und Plünderungen, aber auch Besetzungen öffentlicher Räume sowie Versammlungen
prägten wochenlang den Alltag überall im Lande. Die Wut galt einem immer mehr "entwerteten, überwachten und entfremdeten Leben".
Frühling 2010. Der griechische Staat steht praktisch vor der Pleite. Drastische Einschnitte in die Existenzmittel der Lohnabhängigen treffen
auf eine reformunwillige Bevölkerung. Nun bewegt sich der in Lohn und Brot stehende Teil des Proletariats und nimmt an Demos und Streiks teil.
Genossen aus Griechenland werden darüber berichten, was die letztgenannten Kämpfe mit den ersteren verbindet und wodurch sie sich unterscheiden.
Was ist an der Lage spezifisch griechisch und welcher Zusammenhang besteht zur Lage in der BRD und sonstwo auf der Welt? Das widerspenstige Verhalten
von Teilen der griechischen Bevölkerung steht in krassem Widerspruch zu der Passivität, mit der hierzulande jede Verschlechterung, in dem Glauben
"noch Schlimmeres" abgewendet zu haben, hingenommen wird.
Im Fall Griechenland wird nicht nur der Klassencharakter der Krisenbewältigung deutlich, sondern auch die verschärfte Staatenkonkurrenz, die sich
in nationalistischer Stimmungsmache niederschlägt.Der Bruch mit diesen Ideologien ist erste Voraussetzung für jeden Widerstand der Lohnabhängigen in
der gegenwärtigen Situation.
Donnerstag, 29. April 2010, 19:30 Uhr
Tristeza, Pannierstraße 5 (Berlin-Neukölln, U-Bahn Hermannplatz)
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Ab April 2010
Sozialrevolutionärer
Diskussionszirkel
Di., 6. April: Krise und sozialer Widerstand in Griechenland
Di., 4. Mai: Krise der Automobilindustrie - Standortnationalismus und Gewerkschaften
jeweils um 19:30 Uhr im Mehringhof (Blauer Salon),
Gneisenaustr. 2a, Berlin-Kreuzberg (U-Bahnhof Mehringdamm)
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Sonntag, 14. März 2010
Fiktives Kapital und reale Krise,
realer Kapitalismus und fiktive Lösungen
Veranstaltung in Siegen-Weidenau
Das große Zittern um die Zukunft des griechischen Staates zeigt es in aller Deutlichkeit: Die gegenwärtige Krise ist die Rückkehr jener totgesagten Krisen, die an den Fundamenten der kapitalistischen Gesellschaft rütteln; sie ist keineswegs überwunden, sondern hat sich in rapidem Tempo auf die Ebene der Staaten ausgebreitet. Was in den wirtschaftlich schwächeren Regionen das Gespenst des Staatsbankrotts hervorruft, befeuert hierzulande bereits die Hatz auf die Empfänger von Sozialleistungen.
Die etatistische Linke hat unterdessen wenig mehr zu bieten als Verschlimmbesserungen. Der linkskeynesianische Vorschlag, das Einkommen der „Bürger“ zu erhöhen, um die Krise zu überwinden, geht von der prinzipiellen Versöhnbarkeit von Kapital und Lohnabhängigen aus; und die Forderung nach Verstaatlichung von Banken und Unternehmen, die bis in ehemals autonome Kreise hinein laut wird, verstärkt die gegenwärtige Tendenz zum starken Staat und nationalen Lösungen. Keynesianische Programme können Krisen nicht lösen, sondern nur verschieben: Die gigantischen Konjunkturpakete von heute bereiten den Boden für die Krise von morgen. Entgegen den linken Illusionen gilt es, den Zusammenhang zwischen Kapitalakkumulation, Staatsverschuldung und fiktivem Kapital zu durchleuchten.
Dabei geht es nicht um akademische Fingerübungen, sondern um die Perspektiven der Klassenkämpfe. Denn die doppelte Aufgabe des Staates, einerseits das System der Ökonomie zu retten und andererseits den sozialen Frieden zu bewahren und offene Revolten zu verhindern, läuft immer mehr auf einen ungemütlichen Spagat hinaus: Nicht nur in Griechenland, auch im schwer gebeutelten Kalifornien und einigen anderen Staaten trifft die Krise bereits mit entschiedenen Kämpfen zusammen. Vor diesem Hintergrund ist die Frage nach den revolutionären Potentialen zu stellen, die in der gegenwärtigen Entwicklung liegen; und die nach der Stoßrichtung für eine kommunistische Intervention in die sozialen Konflikte, die bereits aufbrechen.
Sonntag, 14. März 2010, 19:30 Uhr
Buchladen "Bücherkiste", Bismarckstr. 3, Siegen-Weidenau
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Januar 2010
"Anarchisten der Bourgeoisie"?
Als "Anarchisten der Bourgeoisie", die "das gesamte Programm der
Konterrevolution im Gewand des Anarchismus" verträten, hat Peter Nowak
die Libertären der venezolanischen Zeitschrift "El Libertario"
dargestellt. Wir dokumentierten im Folgenden eine Erwiderung von Sergio
Lopez, der sich in Kosmoprolet 1 und 2 eingehender mit dem "Sozialismus
des 21. Jahrhunderts" in Venezuela befasst hat.
***
Januar 2010
Die Leninisten sind
die Clochards der Geschichte
(Emile Marenssin)
Chronologie einer kleinen Schmierenkomödie, die keinerlei Erkenntnis-,
aber einen gewissen Unterhaltungswert bietet
Wir dokumentieren im Folgenden unsere Antwort auf die Einladung "zu einem öffentlichen und fairen Disput in Sachen ‚Revolutionäres
Subjekt', ‚Diktatur des Proletariats' und ‚Wissenschaftlicher Sozialismus' in einer gemeinsamen Veranstaltung", die der Betreiber der
Online-Zeitschrift Trend, Karl Müller, im Oktober vergangenen Jahres im Editorial derselben an uns gerichtet hat. Anlass zu der Einladung gab
offenbar, dass wir Müller aufgrund seiner Besprechung von Kosmoprolet 1 im folgenden Heft als eine "im geistigen Morast der K-Gruppen stecken
gebliebene" Person vom intellektuellen Format Erich Honeckers beschrieben hatten, womit wir keineswegs beabsichtigten, in irgendeine Form der
Auseinandersetzung mit ihm zu treten.
***
Herbst 2009-Winter 2010
Die Krise
Offener Diskussionszyklus
Der offene Diskussionszyklus zur Krise nähert sich seinem vorläufigen Abschluss.
Nachdem im Herbst Texte von
Sander,
Karl-Heinz Roth
und
Sergio Bologna
besprochen wurden, geht es im Januar mit einer ausführlichen Analyse der Zeitschrift
Kontroversen weiter.
Im Februar werden wir auf Vorschlag eines Zyklusteilnehmers die
"Thesen zur Krise" diskutieren, die wir für die
zweite Ausgabe von
Kosmoprolet verfasst haben.
Zu diesem Zweck sollen sie an diesem Abend einer einführenden Kritik unterzogen werden.
Die Treffen finden jeweils ab 19.30 Uhr im Blauen Salon im Mehringhof (Gneisenaustr. 2a, Berlin-Kreuzberg) statt und stehen allen Interessierten
offen.
Es wird empfohlen, die zur Diskussion stehenden Texte vorher zu lesen.
Nächste Termine:
Di., 5. Januar 2010: Kontroversen, "Die Wirtschaftskrise begreifen": "Teil 1"
und "Teil 2"
Di., 2. Februar: Freundinnen und Freunde der klassenlosen Gesellschaft, "Thesen zur Krise"
***
Donnerstag, 28. Januar 2010
Die Proteste in Griechenland
Veranstaltung in Leipzig
Ein abgefackelter Weihnachtsbaum, ausgebrannte Banken und Geschäfte, Angriffe auf Polizeistationen und heftige
Straßenschlachten – ausgelöst durch den Tod eines 15-jährigen Jugendlichen durch Polizeikugeln bestimmten diese Bilder der griechischen Revolte
wochenlang das Geschehen in den hiesigen Medien.
Im Schatten dieser medialen Ereignisse wurden in Griechenland landesweit Schulen und Universitäten besetzt, Gewerkschaftszentralen und Rathäuser
„befreit“ und zu offenen Versammlungsorten umgestaltet. Träger dieser Revolte waren Schülerinnen, Studenten, prekäre Arbeiter und erstmalig
Migrantinnen, die sich trotz Hetze und Spaltungsversuchen gemeinsam gegen immer beschissenere Arbeits- und Lebensbedingungen, einen korrupten
Staatsapparat und Polizeigewalt auflehnten und über Wochen hinweg in selbst organisierten Versammlungen das weitere Vorgehen bestimmten.
Die massenhafte Beteiligung der vorwiegend jungen Proletarisierten sowie die Breite dieser Bewegung, die weit über anarchistische und autonome
Gruppen hinausging, geben allen Anlass zu Optimismus für zukünftige Revolten, die angesichts der gerade beginnenden Krise überall ausbrechen könnten.
Diese hoffnungsvollen Momente sollten allerdings nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Bewegung in Griechenland bestimmte Segmente des Proletariats
kaum erfasste und der unmittelbare Produktionsprozess weitestgehend unberührt von ihr blieb.
Donnerstag, 28. Januar 2010, 19:00 Uhr
GWZ 5116, Beethovenstraße 15, Leipzig
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Donnerstag, 14. Januar 2010
Fiktives Kapital und reale Krise,
realer Kapitalismus und fiktive Lösungen
Veranstaltung in Bochum
Die gegenwärtige Krise ist die Rückkehr totgesagten Krisen, die an den Fundamenten der kapitalistischen Gesellschaft rütteln
und deren Ausbruch durch die keynesianische Politik verschoben aber nicht verhindert wurde. Der Vorschlag, das Einkommen der "Bürger" zu erhöhen,
um die Krise zu überwinden, geht von der prinzipiellen Interessenkompatibilität zwischen Kapital und Arbeit aus. Es gilt aber den Zusammenhang
zwischen der Dynamik der Kapitalakkumulation, der Staatsverschuldung und der Rolle des fiktiven Kapitals zu durchleuchten.
Die Staaten haben die Aufgabe, erstens das System der Ökonomie zu retten und zweitens den sozialen Frieden zu bewahren, offene Revolten zu
verhindern. Die gigantischen Konjunkturpakete bereiten gleichzeitig den Boden für die Krise von morgen.
Für Kommunisten ist das Verhältnis zwischen Krise und Klassenkampf von zentraler Bedeutung. Das System der Lohnarbeit ist nicht unbedingt am Ende.
Dennoch müssen die Fragen nach den revolutionären Potentialen, die in der Entwicklung der Krise stecken, und die nach der Stoßrichtung für eine
kommunistische Intervention in die sozialen Konflikte, die im Verlauf des Krisenablaufs zu erwarten sind, gestellt werden.
Zum Thema spricht ein Genosse der Freudinnen und Freunde der klassenlosen Gesellschaft.
Donnerstag, 14. Januar 2010, 19:30 Uhr
Soziales Zentrum (Josephstraße 2, Bochum)
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November 2009
Die Krise des Kapitals
Veranstaltungen in Freiburg und Frankfurt
Sonntag, 8. November 2009, 15:00 Uhr
KTS (Basler Str. 103, Freiburg)
In Frankfurt werden auf Einladung der
Gruppe K-21 Leute von den
Freundinnen und Freunden der klassenlosen Gesellschaft zur Krise referieren.
Freitag, 13. November 2009, 20:00 Uhr
Café Exzess (Leipziger Str. 91, Frankfurt)
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Dienstag, 29. September 2009
Thesen zur Krise
Vorstellung von KOSMOPROLET 2
"Die Krise lässt den Gegensatz von Wert und
Gebrauchswert noch deutlicher hervortreten,
etwa im Bild des amerikanischen Polizisten, der
durch ein verlassenes Haus patrouilliert, um sicherzustellen,
dass seine bankrotten Bewohner
tatsächlich ausgezogen sind und nun unter einer
Brücke oder in einer der vielen neuen Zeltstädte
ihr Dasein fristen. Eine Gesellschaft, in der die
bewaffnete Staatsmacht dafür sorgt, dass ein
Haus seinen menschlichen Zweck nicht erfüllt,
ist offenkundig verrückt, und sobald die Proletarisierten
im Bild dieses Polizisten das Wesen
der Gesellschaft erkennen, könnte die Geschichte
eine unerwartete Wendung nehmen."
Dienstag, 29. September 2009, 19:30 Uhr
K9 (Kinzigstr. 9, Berlin-Friedrichshain)
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Sommer 2009
Kosmoprolet 2 ist erschienen
Die zweite Nummer der Zeitschrift KOSMOPROLET (204 Seiten DIN A5, Klebebindung, 4 €) ist erschienen.
Sie enthält folgende Beiträge:
Fragmente über die Tage, die Teheran erschüttern
Thesen zur Krise
Eine Krise des Werts
(ungekürzte Fassung)
Das Ende der Lähmung. Der Aufstand in Griechenland.
    
Mit einigen Dokumenten aus der
griechischen Bewegung
Barrikaden. Der Aufstand in Oaxaca
Ein Schritt in die falsche Richtung. Zum Leninismus
Reaktionen auf die 28 Thesen zur Klassengesellschaft
Neues aus dem Reich des Caudillos
Ein Club für sich
Die Zeitschrift wird von den Freundinnen und Freunden der klassenlosen Gesellschaft (Berlin), Eiszeit (Zürich),
Gruppe K-21 (Frankfurt/M.) sowie La Banda Vaga (Freiburg) herausgegeben.
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Donnerstag, 17. September 2009
Christian Riechers und die
Kritik des historischen Antifaschismus
Buchvorstellung und Diskussion mit Felix Klopotek (Köln)
In den 1970er Jahren blühte der akademische Marxismus,
aber die eifrige Textproduktion konnte schon damals die Sterilität der Theoretiker kaum übertünchen.
Christian Riechers (1936-1993) hat im Off der linken Mainstream-Debatten ("Organisationsfrage", "Staatsableitung")
eine Kritik des Antifaschismus erarbeitet: Er zeigt die Einflüsse stalinistischer Gängelung und sozialdemokratischer
Burgfriedenpolitik in den historischen Antifa-Strategien auf. Wenn er stattdessen, ganz orthodox, auf den Klassenkampf
als die beste Vorwärtsverteidigung setzt, erweist er sich darin als unabhängiger und radikaler Denker. Lange Jahre vergessen,
sind jetzt seine Texte wieder veröffentlicht worden. Sie analysieren die Niederlagen der Arbeiterbewegung im 20. Jahrhundert schonungslos.
Herausgeber Felix Klopotek wird Christian Riechers und seine Kritik am Antifaschismus exemplarisch vorstellen.
Donnerstag, 17. September 2009, 19:30 Uhr
Versammlungsraum im Mehringhof (Gneisenaustr. 2a, Berlin-Kreuzberg)
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Vorveröffentlichung aus KOSMOPROLET 2
Fragmente über die Tage,
die Teheran erschüttern
Das System der iranischen Theokratie, das sich als „Islamische
Republik" bezeichnet, hat sich in eine verzweifelte
Lage manövriert. Seit der Wahlfarce vom 12. Juni ist ein unverhüllter
Machtkampf ausgebrochen, in dem die diversen
Fraktionen des Regimes auf Leben und Tod gegeneinander
und zugleich gegen die radikaleren Manifestationen der gesellschaftlichen
Unzufriedenheit antreten. Die tieferen Gründe
dieser für die Grundlagen des Systems desaströsen Entwicklung
liegen in dem durch die ökonomische Krise und den
Verfall des Ölpreises eingeschränkten Verteilungsspielraum
des Regimes: Der von der Theokratie verwaltete Rentiersstaat
kann die Schaffung breiter Loyalität durch die Verteilung der
Ölrente nicht mehr gewährleisten. Erste Anzeichen dafür waren
bereits die Benzinriots vor zwei Jahren, die in der Verwüstung
von Tankstellen und Straßenkämpfen kulminierten. Alle
Widersprüche, die das theokratische System prägen, liegen
nunmehr offen zutage.
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Offener Diskussionszyklus
Kommunistische Dissidenz
In Zeiten beschleunigter weltweiter Proletarisierung bei gleichzeitigem Ausbleiben von offensiven Klassenkämpfen,
wollen wir mit allen Interessierten über die Dissidenten der europäischen Arbeiterbewegung diskutieren, die im Laufe des zwanzigsten Jahrhunderts
der Zwangsjacke von Autoritarismus, Etatismus und Parteiform entschlüpft sind. Anhand von ausgewählten Texten, die in Form eines
Readers
gedruckt oder online erhältlich sind, soll dabei der gerade in Deutschland
vorherrschende bornierte Blick auf die Arbeiterbewegung erweitert werden.
Diskutiert wurden im Laufe des Jahres u.a. Texte der
Gruppe Internationaler Kommunisten Hollands,
Amadeo Bordigas, der
Kritischen Theorie,
Georg Lukács über
Raniero Panzieri,
Guy Debord,
Mariarosa Dalla Costa bis hin zu
John Holloway.
Das dreizehnte und vorerst letzte Treffen findet
am Dienstag, den 7. Juli 2009 um 19.45h im Trödler, Dresdenerstr. 123 (Berlin-Kreuzberg) statt.
Diskutiert wird der Text "Vom Schrei der Verweigerung zum Schrei der Macht: Zur Zentralität der Arbeit" (1995) von
John Holloway,
der sich zusammen mit einigen Angaben zum Autor
hier abrufen lässt.
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Im Folgenden dokumentieren wir ein Flugblatt,
das bei der DGB-Demo gegen die Krise am 16. Mai in Berlin verteilt wurde
Die Fäuste ballen,
aber den sozialen Frieden bewahren!
Bitte denkt nicht an Streik!
Liebe Kolleginnen und Kollegen,
so mancher fragt sich in diesen Tagen: Ist unsere soziale Marktwirtschaft wirklich »die beste aller Welten«?
Wir vom DGB haben in den letzten Jahren immer wieder gesagt: Wir müssen schmerzhafte Einschnitte hinnehmen, damit es wieder aufwärts geht
mit unserer Wirtschaft. Und wir haben Wort gehalten: Leiharbeit, Flexibilisierung, Hartz IV, Lohnzurückhaltung – gemeinsam mit unserem Partner,
dem BDI, konnten wichtige Innovationen auf den Weg gebracht werden.
Doch statt Aufschwung haben wir nun eine schwere Wirtschaftskrise.
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Donnerstag, 23. April 2009
Das Ende der Lähmung
Der Aufstand in Griechenland und die Zukunft der Klassenkämpfe.
Veranstaltung mit einem Genossen von TPTG (Athen)
Ein abgefackelter Weihnachtsbaum, ausgebrannte Banken und Geschäfte, Angriffe auf Polizeistationen und heftige
Straßenschlachten – ausgelöst durch den Tod eines 15-jährigen Jugendlichen durch Polizeikugeln bestimmten diese Bilder der griechischen Revolte
wochenlang das Geschehen in den hiesigen Medien.
Im Schatten dieser medialen Ereignisse wurden in Griechenland landesweit Schulen und Universitäten besetzt, Gewerkschaftszentralen und Rathäuser
„befreit“ und zu offenen Versammlungsorten umgestaltet. Träger dieser Revolte waren Schülerinnen, Studenten, prekäre Arbeiter und erstmalig
Migrantinnen, die sich trotz Hetze und Spaltungsversuchen gemeinsam gegen immer beschissenere Arbeits- und Lebensbedingungen, einen korrupten
Staatsapparat und Polizeigewalt auflehnten und über Wochen hinweg in selbst organisierten Versammlungen das weitere Vorgehen bestimmten.
Die massenhafte Beteiligung der vorwiegend jungen Proletarisierten sowie die Breite dieser Bewegung, die weit über anarchistische und autonome
Gruppen hinausging, geben allen Anlass zu Optimismus für zukünftige Revolten, die angesichts der gerade beginnenden Krise überall ausbrechen könnten.
Diese hoffnungsvollen Momente sollten allerdings nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Bewegung in Griechenland bestimmte Segmente des Proletariats
kaum erfasste und der unmittelbare Produktionsprozess weitestgehend unberührt von ihr blieb.
Gemeinsam mit einem Athener Genossen wollen wir über die griechischen Besonderheiten und die verallgemeinerbaren Tendenzen der Revolte, über deren
Grenzen sowie die noch immer statt findenden Kämpfe diskutieren.
Donnerstag, 23. April 2009, 19:30 Uhr
K9, Kinzigstr. 9, Berlin-Friedrichshain
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Flugblatt zu den Demonstrationen gegen die Krise am 28. März
A better life for you and me!
Die große Krise führt es den Proletarisierten in aller Herren Länder eindringlich vor Augen: Sie produzieren eine Welt,
die nicht die ihre ist und sich ihrer Kontrolle vollständig entzieht, im Aufschwung wie in der Krise. In den vergangenen Jahren hieß es: mehr
Verzicht für bessere Zeiten. Jetzt heißt es: mehr Verzicht für weniger schlechte Zeiten.
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Januar 2009
Thesen zur Bewegung in Griechenland
Wir dokumentieren im Folgenden einige Thesen zur Bewegung in Griechenland, die dort von einigen Genossinnen & Genossen kurz vor
Weihnachten verbreitet wurden.
Eine Fortsetzung der
Chronologie,
die wir im Dezember übersetzt hatten, findet sich
hier, allerdings nur auf Englisch.
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Dezember 2008
Zur Sozialrevolte in Griechenland
Als bescheidenen Beitrag zum proletarischen Internationalismus dokumentieren wir im Folgenden drei Texte aus der griechischen
Sozialrevolte in deutscher Übersetzung.
Die Genossinnen & Genossen von TPTG (Athen) machen in einem Bericht über die Geschehnisse deutlich, dass sich die Bewegung gegen eine umfassende
soziale Misere richtet:
"Es herrscht allgemein ein Gefühl der Feindschaft gegenüber der Polizei und viele haben überhaupt von allem genug. Die Polizeibrutalität und der
Ausbau des Polizeistaates seit den Olympischen Spielen 2004, miese Löhne und Arbeitsbedingungen, der Druck und das heftige Arbeitspensum, das den
Schülern der höheren Schulen abverlangt wird, der Unmut der Studenten angesichts eines Lebens, das zunehmend von Unsicherheit und Angst bestimmt ist,
die Korruption der Regierung und der klerikalen Autoritäten, die Überausbeutung der Migranten und eine Gesellschaft, die von einer immer tieferen
Klassenspaltung geprägt ist - das alles bildet eine explosive Mischung, der Mord an dem Jugendlichen war lediglich der zündende Funke."
Angehängt ist diesem Bericht ein Kommuniqué von Arbeitern der Gemeinde Aghios Dimitrios, die sich mit dem Massenaufruhr solidarisieren.
In Reaktion auf das üble Spiel der griechischen Gewerkschaften haben aufständische Arbeiter am Mittwoch, dem 17. Dezember, die Zentrale des
Gewerkschaftsverbandes GSEE in Athen besetzt, die seitdem als autonomer Versammlungsort dient. In ihrer Erklärung heißt es:
"All diese Jahre haben wir das Elend, die Zuhälterei, die Gewalt in der Arbeit geschluckt. Wir haben uns daran gewöhnt die Verkrüppelten und
unsere Toten - die sogenannten "Arbeitsunfälle" zu zählen. Wir haben uns zu ignorieren gewöhnt, dass Migranten - unsere Klassenbrüder und
-schwestern - getötet werden. Wir sind es müde, mit der Angst um den Lohnerwerb, die Steuerabrechnung und die Rente, die sich jetzt wie ein ferner
Traum ausmacht, zu leben."
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24. April 2008
"Die soziale Revolution
ist keine Parteisache!"
In Abgrenzung zur Sozialdemokratie und zum Bolschewismus sammelten sich zwischen den zwei Weltkriegen radikale Marxisten unter
der Parole "Die soziale Revolution ist keine Parteisache!" und setzten der etatistischen Arbeiterbewegung die Bewegung der Arbeiter entgegen. Mit
Cajo Brendel (1915 - 2007) hat uns der letzte Vertreter der damaligen rätekommunistischen Strömung verlassen. Bis an sein Lebensende hielt er ebenso
an der Ablehnung des Führertums und eines staatszentrierten Revolutionskonzepts fest wie an der Überzeugung, dass die Selbsttätigkeit der Arbeiter
Dreh- und Angelpunkt jeder Perspektive einer gesellschaftlichen Umwälzung ist.
Die Vorstellung des gerade im Unrast-Verlag erschienenen
Buches mit ausgewählten Texten von Brendel durch Christian Frings, einen der Herausgeber, wird Anlass sein, eine kritische Würdigung des
Rätekommunismus vorzunehmen. Diskutiert werden sollen seine Entstehungsbedingungen, Grenzen und seine Relevanz für eine klassenkämpferische
Position in den kapitalistischen Verhältnissen der Gegenwart.
Donnerstag, 24. April
19.30 Uhr, Kinzigstraße 9
Berlin-Friedrichshain
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12. Januar 2008
Zum Elend des "Postoperaismus"
Entgegen anders lautenden Ankündigungen haben sich die Freundinnen & Freunde der klassenlosen Gesellschaft nicht an der
Konferenz "No way out" (Frankfurt/Main, Dezember 2007) beteiligt. Warum der so genannte Postoperaismus, der dort als wichtiger "Ansatz"
verhandelt wurde, konformistischer Unfug ist, erklären zwei Freunde der klassenlosen Gesellschaft in einem Interview, das die Berliner Gruppe
Zlatan Orek im Vorfeld des Kongresses für die Zeitschrift Phase 2 geführt hat.
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